Brigitte und Rainer

brigitteundrainer

Brigitte (Jg. 1953) und Rainer (Jg. 1950)
verheiratet, Berlin

Wie habt Ihr Euch kennen gelernt?

Brigitte: Wir haben uns in einer christlichen Kneipe getroffen, wo ich bedient habe. Rainer hat mich da wohl öfter gesehen.

Rainer: Ich habe sie dann angesprochen.

Brigitte: Ja, ich hab ein Buch liegen lassen. Er ist mir hinterher gelaufen und hat mich gefragt, ob er mich nach Hause begleiten dürfte. Ich hab gesagt: ‚Ja, wenn Du dann auch wieder gehst.‘ Nach einer Tasse Kaffee, hat er das auch gemacht. Das war im Herbst 1978.

Rainer: Ich habe damals Physik studiert und wohnte in Neukölln. In einer Studentenbude mit Außenklo, in der vierten Etage ohne Aufzug.

Brigitte: Deshalb gingen wir dann in diese Kneipe oder zu mir, wenn wir uns sehen wollten. Als ich dann Urlaub hatte, kam er jeden Tag mit Brötchen zum Frühstücken, dabei ist Zehlendorf, wo ich wohnte, nicht gerade um die Ecke.

Wie kam es dann zur Hochzeit?

Rainer: Uns war schon früh klar, dass wir heiraten wollten. Auch wegen Brigittes Eltern. Die dachten, ich sei ein Heiratsschwindler, weil ich mit ihrer behinderten Tochter zusammen war.

Brigitte: Also hat er mich im Zug auf dem Weg zu seiner Mutter gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihm zusammen zu bleiben. Ich hab ja gesagt. Nach einem dreiviertel Jahr haben wir dann geheiratet.

Rainer: Ich habe dann das Physikstudium abgebrochen, weil ich darin keine Perspektive mehr sah. Nach der Hochzeit studierte ich dann Sozialarbeit.

Brigitte: Inzwischen haben wir einen Sohn, Jan. Er ist 17 Jahre alt.

Rainer: Das Misstrauen meiner Schwiegereltern hat sich nie gelegt. Solche Vorurteile sind wirklich belastend. Aber es hat keinen Sinn, sich dagegen aufzulehnen…

7. Februar 2004