Sezen und Manfred

sezenundmanfred

Sezen (Jg. 1982) und Manfred (Jg. 1954)
verlobt, Marburg

Manfred: Wir haben und über eine Tonbandzeitung für Blinde kennen gelernt, für die ich damals arbeitete. Sezen hat mich dort angerufen.

Sezen: Ich wollte den Hörbuch-Katalog haben, von dem in der Zeitung die Rede gewesen war. Aber dann kamen wir ins Gespräch und telefonierten gleich zwei Stunden. Außerdem musste Manfred dann noch mal zurück rufen. So kam eins zum anderen.

Manfred: Ja, wir haben dann regelmäßig telefoniert und es ergab sich eine Art ‚telefonische Distanzbeziehung‘. Getroffen haben wir uns erst zwei Jahre nach dem ersten Anruf.

Sezen: Wir hatten ja auch schon beim zweiten oder dritten Telefonat über unser Alter gesprochen.

Manfred: Das erste Treffen fand dann in Marburg statt. Erst sind wir spazieren gegangen, haben geplaudert und sind dann essen gegangen. Es war bald klar, dass da was draus werden würde.

Sezen: Wir waren ja schon am Telefon sehr vertraut miteinander. Bei dem Treffen kam dann der letzte Funke dazu.

Manfred: Wir haben uns dann öfter getroffen und auch weiter telefoniert…

Sezen: Meine Eltern waren nicht so begeistert. Zum einen wegen dem Altersunterschied, zum anderen wegen der Entfernung. Aber ein Jahr später haben wir dann beschlossen zusammenzuziehen.

Manfred: Zuerst wollte Sezen zu mir nach Bielefeld ziehen. Aber dann hat mein Arbeitgeber mir gekündigt. Da war Sezen gerade im Abitur.

Sezen: Ich wollte ohnehin in Marburg Jura studieren, denn da kannte ich mich schon aus. Also suchten wir zum Semesterbeginn im Oktober 2002 eine Wohnung und zogen zusammen.

Manfred: Manchmal werde ich gefragt, ob Sezen meine Tochter ist. Das müssen wir dann immer aufklären.

Sezen: Zwischendurch habe ich wegen des Altersunterschieds schon gezweifelt und auch mal für ein halbes Jahr Schluss gemacht. Aber dann haben wir doch wieder zueinander gefunden.

11. Februar 2004