Gaby und Hubert

gabyundhubert

Gaby (Jg. 1961) und Hubert (Jg. 1954)
zusammenlebend, Wangen

Gaby erzählt:

Nach einer 18-jährigen Ehe, in der ich mich die letzten Jahre sehr unglücklich gefühlt hatte, stöberte ich im Internet herum, um mich abzulenken, eventuell einen neuen Partner zu finden. Was mir auch glückte! Ich schaute mal unter der Rubrik: ‚Er sucht Sie‘ und entdeckte im März 2002 ein Profil, das mir sehr imponiert hat. Ich schrieb drauf los! Dieser Mann aus Wiesbaden biss sofort auf meine Zeilen an. Von da an konnten wir nicht mehr voneinander lassen. Die E-Mails zwischen uns wurden immer intensiver und vertrauter. Beim Chatten wurde dann aus der spontanen Sympathie schnell mehr. Wir wurden neugierig, unsere Stimmen zu hören und tauschten die Telefonnummern aus. Von da an zählten wir beide aufgeregt die Tage bis zum ersten Treffen…

Das erste Treffen: Ich war vielleicht aufgeregt, Ihm ging es sicher nicht anders und das beruhigte mich irgendwie. Ich hatte eine schlaflose Nacht vor seiner Ankunft, um so müder war ich am nächsten Morgen, was mir nichts aus machte, da ich Schmetterlinge im Bauch verspürte. Während ich mich vom Allgäu nach Frankfurt fahren ließ, hielten wir per SMS Kontakt.

Ich kam zu früh ins Restaurant. Er kam mit Verspätung, da er sich in Frankfurt nicht mit der S-Bahn auskannte. So konnte ich schon mal einen Platz reservieren.

Ich wartete gespannt an der Eingangstür, damit er mich ja nicht verfehlen sollte.. Plötzlich stand er vor mir: Ich lachte ihn an – war wie versteinert. Mein Herz pochte! Spontan umarmte er mich, gab mir links und rechts einen Kuss auf die Wange. Mir war richtig warm ums Herz und zugleich war ich überrascht! Womit ich schon fast gerechnet hatte, da wir immer wieder darüber gesprochen hatten, wie man sich beim ersten Treffen begrüßen könnte.

Wir gingen anschließend zu unserem Tisch. Eine Kerze brannte, es war sehr romantisch, die Chemie stimmte. Stunden vergingen, wir kamen uns immer näher und dann küssten wir uns. Von da an gab es keine Zweifel mehr! Gegen Abend verließen wir mit gemischten Gefühlen gemeinsam das Restaurant und verabschiedenden uns…. Bis zum weiteren Treffen.

Ich habe dann im Juli 2002 die Familie verlassen können (schweren Herzens der Kinder wegen), da ich wusste, jetzt endlich jemand an meiner Seite zu haben. Eine schon länger geplante Umschulung zur Bürokauffrau kam mir da sehr gelegen.

Im August 2002 holte mich Hubert für 14 Tage nach Wiesbaden: Wo er mir dann seine Ex-Schwiegereltern (die er ja schon dreieinhalb Jahre nach Schlaganfall als deren Betreuer pflegte) vorstellte. War schon erstaunt und überwältigt, dass er die Kraft hatte, mich bis zum 3. Stock ohne große Anstrengungen, samt den Rollstuhl die Treppen rauf zu tragen. Dann von Morgens bis Abends und in der Nacht (Nonstop) für die Schwiegermutter bereit sein musste, 5 Mahlzeiten vorbereitete und gleichzeitig ich noch zu versorgen war. Ich schlief dann mit ihm auf einem Sofa im Wohnzimmer. Wir unterhielten uns auch intensiv, wie wir nun weiter zusammen bleiben wollen.

Da er in Scheidung lebte und sich um seine beiden größeren Kindern nicht mehr viel kümmern musste, ich jedoch noch in der Nähe meiner Kinder wohnen wollte, zog er, nachdem die weitere Betreuung in Wiesbaden geregelt war, nach Wangen ins Allgäu. Dort hatte er vor rund 40 Jahren seine ersten Jahre verbracht. Da seine Mutter und vor allem sein Bruder, der uns gewaltig unterstützt, auch hier in Wangen wohnen, konnten wir uns recht schnell eingewöhnen. So konnten wir uns beide gegenseitig helfen.

Wegen unserer schlechten Erfahrungen in der Ehe haben wir fürs erste nicht die Absicht zu heiraten. An erster Stelle steht nun erst mal, mit Huberts selbst gegründeter Firma unabhängig von irgend welchen Ämtern zu werden.

21. Juni 2004